02.09.2008
Das neue hydraulische Tiefziehen ermöglicht effiziente Herstellung von kleinen und komplex geformten Bauteilen auch in kleinen Losgrößen
Auf der Euroblech 2008 in Hannover präsentiert Schuler Hydroforming, ein Tochterunternehmen des Schuler Konzerns, ein neues Verfahren der wirkmedienbasierten Blechumformung: das hydraulische Tiefziehen. Mit diesem Verfahren können Kunden jetzt auch kleine und komplex geformte Bauteile kostengünstig und in geringen Losgrößen herstellen. Damit trägt Schuler Hydroforming dem Wunsch vieler Unternehmen aus der Automobil- und Zulieferindustrie sowie aus der Sanitär-, Hausgeräte- oder Möbelbranche nach designbezogenen Formen Rechnung. Zudem sind die für die Bauteilefertigung benötigten Werkzeuge ebenfalls klein und damit in der Anschaffung sehr günstig. Im Rahmen der Euroblech können entsprechende Werkzeugexponate am Schuler-Messestand besichtigt werden.
Je nach Form des Bauteils können Kunden bei der Herstellung von geometrisch anspruchsvollen Teilen zwischen verschiedenen Verfahren wählen. Das neuste Verfahren in der wirkmedienbasierten Blechumformung ist das hydraulische Tiefziehen.
Neu: Hydraulisches Tiefziehen
Zur Bearbeitung von Blechen werden beim hydraulischen Tiefziehen die Teile mit Hilfe eines unter Druck stehenden flüssigen Mediums in eine feste Matrize geformt. Die Hydraulikpresse hält das aus Druckkammer und Matrize bestehende Werkzeug geschlossen. Die durch eine PU-Schnur abgedichtete Druckkammer erzeugt die für die Umformung nötige Energie, mit der ein flüssiges Medium die Platine in die gewünschte geometrische Form bringt.
Für den Einsatz des hydraulischen Tiefziehens sprechen ein enormer Zeitgewinn und hohe Kosteneinsparungen in der Prototypenfertigung und Werkzeugentwicklung. Weiterer Vorteil: die sehr gute Oberflächengüte der Werkstücke – insbesondere bei sphärischen Geometrien. Die Investitionskosten, die diesen Kosteneinsparungen gegenüber stehen, sind vergleichsweise gering, denn das neue Verfahren kann auf bestehenden Hydraulikpressen mit Hilfe eines zusätzlichen Aggregates und durch einen einfachen Werkzeugwechsel ausgeführt werden.
Eine Verfahrensvariante des hydraulischen Tiefziehens, die bereits seit längerem eingesetzt wird, ist das hydromechanische Tiefziehen. Hierbei wird das Blech durch einen Blechhalter gehalten. Vorteil: Die mutmaßliche Außenseite ist dem Fluid zugewandt.
Umformen von Rohren: Innenhochdruck-Umformung
Neben dem hydraulischen bzw. hydromechanischen Tiefziehen können Kunden sich für die Innenhochdruck-Umformung (IHU) entscheiden. Das ist ein Verfahren zur Herstellung metallischer Hohlkörper, bei dem Stahlrohre durch ein flüssiges Medium aufgeweitet und in Form gebracht werden. Dazu wird ein Flüssigkeitsdruck von bis zu mehreren tausend Bar erzeugt.
Synonym für Wirtschaftlichkeit: wirkmedienbasierte Umformung
Die technischen Grundlagen von hydraulischem Tiefziehen und IHU-Technologie bieten deutliche Vorteile im Vergleich zu konventionellen Verfahren. Ihre besonderen Stärken liegen in der effizienten Herstellung sehr komplexer Bauteile. So können beispielsweise konvexe oder konkave Geometrien mit hohen Qualitätsansprüchen an Form und Oberfläche schon in kleineren und mittleren Stückzahlen wirtschaftlich hergestellt werden. Vor allem mit dem IHU-Verfahren können Teilegewichte reduziert und damit der CO2-Ausstoß von Fahrzeugen gesenkt werden. Zudem ist der Materialausnutzungsgrad beim IHU-Verfahren bis zu 100 Prozent, da es zu einer Reduktion bzw. zu einem völligen Entfall des Beschnitts kommt. Das spart Kosten und schont die Umwelt.
Kontakt
Tobias Apfel
Leiter Unternehmenskommunikation & Investor Relations
Tel.: + 49 (0) 71 61 66-829
Kontakt aufnehmen